Ökologischer Blutabdruck – ZeroWaste Menstruationshygiene

Welche Auswirkungen haben die Hygieneprodukte, die wir monatlich für unsere Blutung benutzen auf Umwelt und Gesundheit?

Konventionelle Tampons und Binden sind das Endprodukt aus gebleichter und gepresster Zellulose, welche mit einer Kunststoffschicht umhüllt ist. Ein Großteil davon enthält nachgewiesen Rückstände von schädlichen und teils krebserregenden Substanzen wie Dioxin (Bleichmittel), Formaldehyd (Desinfektionsmittel), Glyphosat (Pestizid in der Baumwollproduktion), Weichmacher oder Chlor, die verheerende Folgen für unseren Organismus darstellen.

Bei einem individuellen Verbrauch zw. 10.000 und 17.000 Binden bzw. Tampons in einem (westlichen) Frauenleben landen rund 45 Milliarden dieser Einwegprodukte jährlich im Müll und in unseren Meeren.

Warum sollten wir also auch in diesem Bereich dringend auf nachhaltige, faire und gesunde Produkte umsteigen?

  • erhebliche Müllreduktion
  • keine Chemikalien
  • keine Hautreizungen
  • keine Kunststofffasern
  • keine genmanipulierte oder mit Pestiziden versetzte Baumwolle
  • faire Arbeitsbedingungen

Sehr ähnliche Konditionen treffen übrigens auf Kinderwindeln zu. Barbara Brückl-Moritz aus Tumeltsham hat sich hier Alternativen überlegt, bietet Workshops an und informiert auf ihrer Website windelnest.at

Folgende Periodenprodukte sind derzeit erhältlich und nicht nur ökologischer und gesünder, sondern auch preiswerter als herkömmliche Artikel:

  • Menstruationstassen
  • Saugfähige Unterwäsche
  • Stoff-Slipeinlagen
  • (Abbaubare Bio-Tampons und Bio-Binden)
  • Freebleeding*

Das junge Wiener Unternehmen erdbeerwoche klärt rund um das Thema „deine Regel – dein Körper – dein Planet“ auf und bietet im erdbeerwoche Online Shop eine breite Auswahl und Info zu nachhaltigen Produkten.

Meine Wollke aus Niederösterreich stellt Stoff-Slipeinlagen her: in Österreich unter fairen Arbeitsbedingungen produziert, chemiefrei, bio.

Auch die deutsche Marke einhorn widmet sich der „Perioden-Revolution“ und bietet zusätzlich zu Periodenprodukten auch faire und nachhaltig produzierten Kondome an.

Im Innviertel können die meisten der oben genannten Alternativen in Bio-Läden sowie Apotheken erworben werden.

Quellen:
erdbeerwoche.at
einhorn.my
wollke.at
*derStandard.at

Anmerkung: Das Thema reicht sehr viel weiter, als in diesem Beitrag aufgegriffen wird. Sich kein Plastik in den eigenen Körper einzuführen ist tatsächlich ein Anfang, darüber hinaus geht es um eine Enttabuisierung der Menstruation, die oft noch mit Scham besetzt, als lästiges Übel abgetan, in sozialen Medien zensiert wird und in einigen Ländern kulturell zum Ausschluss führt.

3 Kommentare:

  1. Ich setze mich auch intensiv mit dem Thema auseinander. Dazu habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben: https://wickelwahnsinn.com/das-steckt-in-konventioneller-damenhygiene/ Leider sind viele dieser Stoffe auch in Wegwerfwindeln, weswegen mir das Aufzeigen von Alternativen so ein großes Anliegen ist!

    • Hallo Charlie,
      danke für deinen Hinweis. Den geben wir gerne weiter.
      LG aus Ried

      • Danke, Max 🙂 Wenn ihr dazu Fragen habt, dürft ihr euch auch gern an mich wenden. Ich habe Biologie studiert und bin seit drei Jahren Stoffwindelberaterin, gebe auch Veranstaltungen zu alternativer Monatshygiene und einem nachhaltigen Familienleben. Außerdem bin ich Zero Waste Austria Botschafterin in Linz. Freu mich über Austausch – schön dass ihr auch den nachhaltigen Gedanken in die Welt tragt! Liebe Grüße

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